Kreislaufwirtschaft ist weit mehr als Recycling. Angesichts begrenzter Ressourcen, steigender Energiepreise, unsicherer Lieferketten und neuer regulatorischer Anforderungen gewinnt sie für Unternehmen zunehmend auch wirtschaftlich an Bedeutung. Wie vielfältig die Ansatzpunkte sind und welche Lösungen bereits praktisch umgesetzt werden, zeigte die 4. Fachtagung "Potenziale einer Circular Economy für mittelständische Unternehmen" am 19. August in der Handwerkskammer Bremen. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven, der Handwerkskammer Bremen und der Geschäftsstelle Umwelt Unternehmen.
Im Mittelpunkt standen konkrete Erfahrungen aus Unternehmen der Region. Auch mehrere Mitgliedsunternehmen der Partnerschaft Umwelt Unternehmen berichteten aus ihrer Praxis und zeigten, wie Kreislaufwirtschaft an ganz unterschiedlichen Stellen der Wertschöpfung ansetzen kann.
Die Praxisbeispiele reichten von digitalen Lösungen über neue Geschäftsmodelle bis zur konkreten Produktgestaltung. FLOMIO Bremen stellte Circular Economy als Impuls für nachhaltige Wertschöpfung vor, die HEC GmbH zeigte Ansätze für einen ressourcenschonenderen Umgang mit IT. Die abat AG nahm den digitalen Produktpass und die damit verbundenen Anforderungen für Unternehmen in den Blick.
Im zweiten Teil standen konkrete Produkte und Geschäftsmodelle im Fokus. Die Rent.Group stellte ihr Sharing-Modell vor. Transgourmet Deutschland zeigte, welche Ansätze der Kreislaufwirtschaft im Foodservice bereits heute möglich sind, während die Allos Hof-Manufaktur Einblicke in die Optimierung von Verpackungen mit Blick auf ihre Recyclingfähigkeit gab.
Die Beispiele machten deutlich: Circular Economy bietet Unternehmen zahlreiche Ansatzpunkte – von Produktgestaltung, Verpackungen und Materialeinsatz über digitale Informationen bis hin zu Sharing-Modellen. Damit können zirkuläre Ansätze dazu beitragen, Ressourcen effizienter zu nutzen, Abhängigkeiten zu reduzieren und Wertschöpfung zukunftsfähiger aufzustellen.
Zum Abschluss diskutierten Vertreter:innen von Aconium, Fraunhofer IFAM, Nehlsen Consulting und TheKnot-Group darüber, wie Kooperationsprojekte erfolgreich umgesetzt werden können und welche Rahmenbedingungen dafür notwendig sind. Auch darüber hinaus bot die Fachtagung viel Raum für Austausch und Vernetzung zwischen den teilnehmenden Unternehmen.