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Jahresempfang der Partnerschaft Umwelt Unternehmen

CO2-Abscheidung, Kreislaufwirtschaft und Elektrifizierung im Fokus

Martin Schulze, Leiter der Geschäftsstelle Umwelt Unternehmen, begrüßte die rund 100 Gäste des Jahresempfangs.
Martin Schulze, Leiter der Geschäftsstelle Umwelt Unternehmen, begrüßte die rund 100 Gäste des Jahresempfangs.

Wie lassen sich unvermeidbare Emissionen reduzieren, Stoffströme effizient steuern und gleichzeitig der Wirtschaftsstandort klimafreundlich sichern? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des Jahresempfangs der "Partnerschaft Umwelt Unternehmen", zu dem die Geschäftsstelle Umwelt Unternehmen am 12. Mai eingeladen hatte. Rund 100 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung kamen in den Räumlichkeiten der swb AG zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen im betrieblichen Umwelt- und Klimaschutz auszutauschen. Dabei wurde deutlich: Kreislaufwirtschaft, CO2-Abscheidung und Elektrifizierung können dazu beitragen, die Klimaziele im Land Bremen zu erreichen.

Zwei Impulsvorträge beleuchteten Lösungsansätze aus der Praxis: Die Nehlsen AG zeigte aus Sicht eines Entsorgungsunternehmens, wie Stoffströme heute organisiert sind und welche Rolle die Kreislaufwirtschaft dabei spielt. Deutlich wurde auch, dass die thermische Abfallverwertung trotz aller Fortschritte bei Vermeidung und Recycling ein notwendiger Bestandteil der Abfallwirtschaft bleibt.

Die swb AG stellte vor, wie mit dem Projekt "BreWACCS" (Bremen Waste Carbon-Capture and Storage) CO2-Abscheidung und Speicherung umgesetzt werden kann. Am Mittelkalorik-Kraftwerk (MKK) im Industriehafen könnten jährlich rund 300.000 Tonnen CO2 zur dauerhaften Speicherung abgeschieden werden. Damit könnten etwa sechs Prozent der bis 2030 notwendigen Emissionsreduktionen Bremens erreicht werden. Zugleich würde eine zentrale Infrastruktur der Abfall- und Wärmeversorgung dekarbonisiert.

Die Perspektiven aus der Wirtschaft unterstrichen dabei die Komplexität der Herausforderungen: "Eine leistungsfähige Kreislaufwirtschaft beginnt bei der Qualität der Stoffströme. Entscheidend ist, dass Materialien sauber getrennt, hochwertig aufbereitet und wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden. Gleichzeitig sehen wir: Selbst bei optimalem Recycling wird es immer Reststoffe geben, für die thermische Verwertung notwendig bleibt", so Paul Hoffmeyer, Prokurist der Nehlsen AG.

"Mit BreWACCS können unvermeidbare CO2-Emissionen aus der Abfallverwertung deutlich reduziert werden. Carbon Capture kann unter den passenden Rahmenbedingungen ein sinnvoller Baustein für den Klimaschutz sein – gerade in Bereichen, in denen Emissionen technisch kaum vermeidbar sind", erklärte Stefan Weber, Geschäftsführer der swb Entsorgung GmbH & Co. KG.

In ihrem Vortrag stellte die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Dr. Henrike Müller, darüber hinaus die Bedeutung der Elektrifizierung für Klimaschutz und Standortentwicklung heraus. "Klimaschutz gelingt nur, wenn wir mehrere Hebel gleichzeitig nutzen: Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft schont Ressourcen und reduziert Emissionen bereits am Anfang der Wertschöpfungskette. Am besten ist es jedoch, Treibhausgase erst gar nicht entstehen zu lassen. Klimaschutzmaßnahmen haben daher eine unverändert hohe Priorität. Für unvermeidbare Restemissionen z. B. der Abfallverwertung kann Carbon Capture eine Lösung sein. Der Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen schafft mit einer breit angelegten Elektrifizierung die Grundlage für eine klimafreundliche, sozial gerechte Transformation der Wirtschaft und stärkt unsere Unabhängigkeit in Zeiten geopolitischer Unsicherheit."

Neue Mitglieder und Auszeichnung eines Klimaschutzbetriebs

Vertreter:innen des ausgezeichneten Klimaschutzbetriebs Kreutzträger Kältetechnik GmbH & Co. KG sowie der neuen Mitgliedsunternehmen wisoak und M3B gemeinsam mit Senatorin Dr. Henrike Müller (r.) und Martin Schulze von der Geschäftsstelle Umwelt Unternehmen (l.) beim Jahresempfang der Partnerschaft Umwelt Unternehmen. Im Bild (v. l.): Martin Schulze, Jan-Peter Nissen, Dominic Bergner, Dr. Thomas Gebel, Bernadette Raab, Felix Böhme und Dr. Henrike Müller.
Vertreter:innen des ausgezeichneten Klimaschutzbetriebs Kreutzträger Kältetechnik GmbH & Co. KG sowie der neuen Mitgliedsunternehmen wisoak und M3B gemeinsam mit Senatorin Dr. Henrike Müller (r.) und Martin Schulze von der Geschäftsstelle Umwelt Unternehmen (l.) beim Jahresempfang der Partnerschaft Umwelt Unternehmen. Im Bild (v. l.): Martin Schulze, Jan-Peter Nissen, Dominic Bergner, Dr. Thomas Gebel, Bernadette Raab, Felix Böhme und Dr. Henrike Müller.

Im Rahmen des Jahresempfangs wurden zwei neue Mitglieder in die Partnerschaft aufgenommen:

Die M3B GmbH ist ein zentraler Akteur für Veranstaltungen, Märkte und Handel in Bremen und betreibt unter anderem die MESSE BREMEN, CONGRESS BREMEN sowie die ÖVB-Arena und den Großmarkt. Dabei setzt das Unternehmen konsequent auf nachhaltige Betriebsführung, etwa durch ein zertifiziertes Energiemanagement nach ISO 50001, Photovoltaikanlagen und energieeffiziente Gebäudetechnik.

Die Wirtschafts- und Sozialakademie der Arbeitnehmerkammer Bremen gemeinnützige gGmbH (wisoak) engagiert sich im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung und qualifiziert Fachkräfte für Zukunftsthemen wie Klimaschutz und Ressourceneffizienz. Zur Reduktion ihres CO2-Ausstoßes hat die wisoak unter anderem eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ihres Bildungshauses installiert und setzt am Standort Bremen auf E-Bikes sowie ein E-Lastenrad. Darüber hinaus wurde die IT-Infrastruktur energieeffzient umgestaltet.

Als "Klimaschutzbetrieb CO2 minus 20" wurde darüber hinaus die Kreutzträger Kältetechnik GmbH & Co. KG ausgezeichnet. Die Reduktion der CO₂-Emissionen um über 20 Prozent erreichte das Unternehmen durch ein umfangreiches Maßnahmenbündel an seinem Standort am Bremer Kreuz: Dazu zählen unter anderem die Installation einer Photovoltaik-Anlage mit 99 kWp, der Einsatz einer Wärmepumpe mit intelligenter Steuerung sowie mehrere Ladesäulen für Elektrofahrzeuge. Ergänzt wird dies durch eine moderne Beleuchtungsanlage und einen energieeffizienten Anbau.

Bremerhaven_0368 · Ingo Wagner