Sie sind hier:
  • Unternehmen
  • 2020-09-25 Bundestag beschließt Verbot von Einweg-Plastikprodukten ab Juli 2021

Bundestag beschließt Verbot von Einweg-Plastikprodukten ab Juli 2021

Logo Bündnis für Mehrweg

Essensbehälter aus Styropor, Strohhalme, Wattestäbchen: All diese Produkte eint, dass sie meistens aus Kunststoff bestehen und nach einmaligem Gebrauch in der Mülltonne oder – hoffentlich nicht! – in der Umwelt landen. Ebenfalls gemeinsam ist diesen Einwegartikeln, dass es längst sinnvollere Mehrweglösungen oder besser abbaubare Alternativen gibt und dass sie alle ab dem 3. Juli 2021 verboten werden. Hierfür sorgt eine EU-Verordnung, die kürzlich vom Deutschen Bundestag umgesetzt wurde.

Foto von Strohhalmen

Die „Strohhalm-Debatte“ steht sinnbildlich für das, was der Deutsche Bundestag am 24. Juni beschlossen hat und damit der Umsetzung einer entsprechenden EU-Richtlinie in nationales Recht nachkommt. Tatsächlich wird mit der „Verordnung über das Verbot des Inverkehrbringens von bestimmten Einwegkunststoffprodukten und von Produkten aus oxo-abbaubarem Kunststoff“ (pdf, 812.5 KB) weit mehr geregelt, als das Aussterben von bunten Kunststoff-Trinkhalmen.

Im Kern geht es darum, Einwegprodukte aus Kunststoff, für die es bereits eine sinnvolle Alternative aus umweltfreundlicherem Material gibt, möglichst durch Mehrwegprodukte oder zumindest durch biologisch abbaubare Alternativen zu ersetzen. Dadurch soll der Einsatz von Wegwerfprodukten reduziert werden und der Eintrag von Plastik in die Meere und die Umwelt vermieden werden. Plastikmüll wird in der Natur nur sehr langsam abgebaut und zerfällt meist im Laufe der Zeit in kleine Partikel (Mikroplastik). Der Abfall ist deshalb inzwischen allgegenwärtig beispielsweise an Stränden und auch im offenen Meer, wo er eine ernste Gefahr für Meereslebewesen darstellt und letztendlich über Seefische und Meeresfrüchte auch in unseren Nahrungsketten landet.

Die Einwegkunststoff-Verordnung verbietet deshalb ab dem 3. Juli 2021 den Verkauf und das Bereitstellen folgender Plastikprodukte:

- Wattestäbchen
- Einmalbesteck und -teller
- Trinkhalme
- Rührstäbchen (z. B. für Coffee to go)
- Luftballonstäbe
- Lebensmittelbehälter und Getränkebecher aus Polystyrol (Styropor)

Diese Produkte dürfen in Zukunft weder verkauft, noch kostenfrei abgegeben werden. Dies ist beispielsweise von Bedeutung für die Planung von Veranstaltungen. Die Partnerschaft Umwelt Unternehmen setzt schon jetzt ein Zeichen gegen Plastikmüll und macht sich mit dem Bündnis für Mehrweg stark für den Einsatz von Mehrwegbehältern. Die Initiative möchte für das Thema Ressourcenschonung und Vermeidung von Plastikmüll sensibilisieren, alternative Mehrweglösungen entwickeln und das freiwillige Engagement für einen nachhaltigen Konsum stärken. Das Bündnis bietet interessierten Bremer Unternehmen Informationsmaterial an, unterstützt und berät bei der Umstellung auf umweltfreundliche Alternativen und führt eine kostenfreie Online-Vortragsreihe mit Expert*innen und Wissenschaftler*innen zu Kunststoffalternativen, Auswirkungen von Einwegverpackungen und Klimawirkungen von Einweg- und Mehrwegprodukten durch.