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  • 2020-08-10 Recyclingfähigkeit von Verpackungen erhöhen

Recyclingfähigkeit von Verpackungen erhöhen

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Wirtschaftswachstum, kleinere Haushalte, Onlinehandel: Es gibt viele Gründe, warum der Verpackungsmüll in Deutschland seinen Höchststand erreicht hat. 2017 fielen laut Umweltbundesamt insgesamt 18,7 Millionen Tonnen an Verpackungsabfällen an, das sind im Durchschnitt 226,5 Kilogramm pro Kopf. Doch nur knapp die Hälfte davon ist auf private Verbraucherinnen und Verbraucher zurückzuführen, vieles davon fällt in Industrie und Gewerbe an.

Foto von Verpackungsmüll

Das erhöhte Aufkommen von Verpackungen ist neben dem Wirtschaftswachstum vor allem auch auf die heutigen Lebensbedingungen und die sich verändernden Konsum- und Ernährungsgewohnheiten der Bürgerinnen und Bürger zurückzuführen: Der Anteil von Ein- und Zweipersonenhaushalte nimmt zu, und damit auch der Bedarf an kleineren Füllgrößen, die Nachfrage nach Fast Food- und To-Go-Angeboten steigt und auch der Versandhandel hat stark zugenommen. All dies wirkt sich maßgeblich auf den Verpackungsverbrauch aus.

Ein Umdenken sollte nicht nur bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern stattfinden, sondern auch in Industrie und Gewerbe. Seit Anfang 2019 gilt das neue Verpackungsgesetzt, welches die Verpackungsordnung von 1991 ablöst und nun auch ökologische Kriterien berücksichtigt. So umfasst dieses unter anderem eine deutliche Anhebung der Recyclingquoten und eine Systembeteiligungspflicht für Verpackungen, die typischerweise in Haushalten anfallen. So müssen sich Hersteller bestimmter Verpackungen am sogenannten dualen System beteiligen, damit anfallender Verpackungsmüll fachgerecht getrennt, sortiert und verwertet werden kann. Im Sinne der Produktverantwortung ist ein maßgebliches Ziel der Regelungen, Herstellern Anreize zu liefern, um bei der Konzeption, Herstellung und Entsorgung von Produkten Umweltauswirkungen zu berücksichtigen. Die Gesetzgebung hat dementsprechend im Verpackungsgesetzt finanzielle Anreizsysteme integriert. Seit 2019 werden daher auch die Entgelte danach berechnet, wie gut sich eine Verpackung recyceln lässt. Die Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister, kurz ZSVR, veröffentlicht zusammen mit dem Umweltbundesamt (UBA) jährlich einen Mindeststandard für die Bemessung der Recyclingfähigkeit (pdf, 297.6 KB), um hierfür einen einheitlichen Rahmen zu schaffen.

Unternehmen gegen Plastikmüll

Mit dem im Januar 2020 gegründeten Bündnis für Mehrweg setzt auch die „Partnerschaft Umwelt Unternehmen“ zusammen mit Unternehmen aus dem Land Bremen ein Zeichen für die Reduzierung von Einwegprodukten und Verpackungen und stärkt damit das freiwillige Engagement für einen nachhaltigen Konsum. Informationen zum Bündnis sowie zu den Themen Verpackung und Plastik erhalten Sie auf unserer Projektwebseite.