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  • 2020-03-04 Recycling von Kunststoffabfällen

Recycling von Kunststoffabfällen

Welche mechanischen Verfahren zur Aufbereitung von Kunststoffabfällen gibt es? Und welche neuen Ansätze zum Recycling von Plastik eignen sich am besten? Diese und weitere Fragen wurden bei dem vom Institut für Energie und Kreislaufwirtschaft an der Hochschule Bremen GmbH in Kooperation mit "Partnerschaft Umwelt Unternehmen"-Mitglied Nehlsen AG und der Metropolregion NordWest veranstalteten Workshop "Recycling von Kunststoffabfällen – Einsatz von Rezyklaten in Industrie und Gewerbe" aufgegriffen und diskutiert.

Foto der Referierenden
Über Chancen und Herausforderungen der Kreislaufführung berichteten die sieben Expertinnen und Experten.

Von der Bedeutung von Standards im Markt der Kunststoffrezyklate über mechanische Aufbereitung bis hin zu Hemmnissen in der Kreislaufführung – die sieben Expertinnen und Experten des Workshops berichteten den 65 interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Theorie und Praxis. Klar ist: Kunststoffe in der Umwelt werden zum Problem und die negativen Auswirkungen des Umgangs mit Kunststoffen werden aktuell intensiv diskutiert. Darauf hat die Gesetzgebung reagiert und spezifische Auflagen geschaffen: So werden bereits einzelne Kunststoffartikel verboten und Unternehmen sind dazu verpflichtet, Kunststoffabfälle getrennt zu erfassen und einer Verwertung zuzuführen. Erste verbindliche Quoten für den Einsatz von Rezyklaten werden vorgeschrieben. Zur Verringerung der Umweltbelastungen, aber auch zur Vermeidung von Restriktionen beim Einsatz von Kunststoffen muss die Kreislaufführung von Kunststoffen weiterentwickelt werden. Dies stellt alle Akteure vor neue Herausforderungen. Dabei ist die Ökobilanz von Kunststoffen bei sachgerechter Nutzung oft besser als ihr Ruf. Doch das eigentliche Übel fängt schon bei der Herstellung an. Kunststoffe werden individuell hergestellt und bestehen aus unterschiedlichen Kunststoffarten, Farbpigmenten, Füllern und Fasern. So werden die einzelnen Kunststoffe schon fast zu Unikaten, wenn sie in den Verkehr gebracht werden. Das macht das spätere Recycling schwierig. Hinzu kommt, dass Wertstoffe wie Holz, Beton, Stahl und Kunststoffe miteinander konkurrieren – dies wirkt sich auf den Preis aus. Im Vergleich zur Herstellung von Kunststoffen ist deren Recycling aufwendig und vor allem teuer. Um die Recyclingquoten zu erhöhen, ist die Zusammenarbeit aller Akteure gefragt; aber auch der Markt für Rezyklate muss weiterentwickelt werden.

Martin Schulze, Leiter der Geschäftsstelle Umwelt Unternehmen, war Teilnehmer der Veranstaltung und zieht ein Fazit: "Das Thema Plastik ist komplex und wir setzen mit unserem ‚Bündnis für Mehrweg‘ an der richtigen Stelle an: Wir müssen die unterschiedlichen Akteure an einen Tisch holen und uns für einen sachgerechten Umgang mit Kunststoff einsetzen. Die Veranstaltung hat uns gute Anregungen gegeben, um die Probleme und Herausforderung noch besser einschätzen zu können und gemeinsam in unserem Bündnis Lösungsansätze zu entwickeln."