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  • 2019-09-24 Von Energiescouts, Hochbeeten und guter Arbeit

Von Energiescouts, Hochbeeten und guter Arbeit

Foto von mehreren Personen vor einem Hochbeet, jpg, 82.3 KB

Was sind die Aufgaben von Energiesouts? Wie können Reststoffe sinnvoll verwertet werden? Und was bedeutet es, gute Arbeit und arbeitsökologische Innovationen miteinander zu verbinden? Diese und weitere spannende Fragen wurden beim diesjährigen Arbeitskreistreffen der Umweltbeauftragten der "Partnerschaft Umwelt Unternehmen" bei der Hegemann Gruppe vertieft.

Die Hegemann Gruppe wurde 1914 in Bremen als Bauunternehmen im Bereich Tiefbau gegründet. Mittlerweile hat sich das Unternehmen zu einer großen überregionalen Industrie- und Dienstleistungsgruppe entwickelt, die in den Bereichen Construction, Industrie und Touristik tätig ist. Neben ihrem wirtschaftlichen Agieren ist der Hegemann Gruppe besonders der ressourcenschonende Umgang mit der Umwelt wichtig. Was das in der Praxis bedeutet, stellte Dr. Jana Michaelis aus dem Bereich Umwelttechnik den interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern vor. So bietet das Unternehmen seinen Auszubildenden beispielsweise die Weiterbildung zum Energiescout an. Nach dem Besuch einer mehrtägigen Schulung werden in einer anschließenden Projektphase Energieeinsparpotenziale im Unternehmen und am Arbeitsplatz identifiziert, dokumentiert und so zu Maßnahmen und Verbesserungen angeregt. Neben technischen Maßnahmen zur Heizungserneuerung, der Inbetriebnahme eines Blockheizkraftwerks und der Einschränkung von Reisetätigkeiten ist die Hegemann Gruppe jedoch auch in der Forschung tätig: Im April 2018 ist das PFAU-Projekt "Erzeugung von Mutterboden-äquivalenten Bodensubstraten aus Gewässersedimenten mit innovativer Verfahrenstechnik" gestartet. Ziel des Projekts ist die Erschließung neuer Verwertungsmöglichkeiten für Gewässersedimente und andere kommunale Reststoffe. Durch die systematische Analyse verschiedener Materialmischungen und technologischer Verfahren soll ein Upcycling der Reststoffe zu Mutterboden-äquivalentem Substrat mit innovativen Funktionalitäten erfolgen. Von der erfolgreichen Umsetzung des Projekts konnten sich die Teilnehmenden bei einem Rundgang über das Betriebsgelände direkt selbst überzeugen. In über 40 unternehmenseigenen Hochbeeten pflanzen die Mitarbeitenden Kräuter und Gemüse an.

Dr. Guido Becke vom Institut Arbeit und Wirtschaft der Universität Bremen erklärte den Teilnehmenden anschließend, wie "Gute Arbeit" und ökologische Innovationen in Unternehmen miteinander verknüpft werden können. Dafür wurden gemeinsam mit drei Unternehmenspartnern inner- und überbetriebliche Gestaltungsansätze an der Schnittstelle von Arbeitsqualität und Ökologie systematisch entwickelt und modellhaft erprobt. So wurde beispielsweise ein Projekt zur nachhaltigen Mobilität initiiert, dass arbeitsökologische Innovationen durch die Nutzung von E-Bikes und digitaler Medien bei der mobilen Arbeit forciert. Die zentralen Ergebnisse des Projekts sind in dem NaGut-Praxisleitfaden "Das A und Ö der Innovation" (pdf, 2 MB) zusammengefasst.

Wie Umweltinnovationen gefördert werden können, stellte abschließend Michael Thomas von der BAB – Die Förderbank für Bremen und Bremerhaven vor. Im Rahmen des PFAU-Programms werden innovative Forschungs- und Entwicklungsvorhaben gefördert, die zu Umweltentlastungen beitragen. Hiervon können vor allem kleine und mittlere Unternehmen profitieren. Ziel der Förderung ist es, einen sparsamen Einsatz von Materialien und Energie, die Vermeidung und Verminderung von Emissionen, Abfall und Abwasser bzw. die Wiederverwertung eingesetzter Materialien zu fördern sowie die Voraussetzungen für den Einsatz produktionsintegrierter Umweltschutztechniken zu schaffen.