Sie sind hier:
  • Aktuelles
  • 2018-06-15 Verantwortliches Handeln: Von Nachhaltigkeit, CSR und Stakeholderanalysen

Verantwortliches Handeln: Von Nachhaltigkeit, CSR und Stakeholderanalysen

Stakeholderanalyse, Lebenszyklusbetrachtung und das Umfeld der Organisation sind Begriffe die aus dem Bereich der Nachhaltigkeit bzw. des Corporate Social Responsibility kommen. Nun tauchen sie auch im Rahmen der revidierten Normen ISO 9001 und ISO 14001 auf. Werden Unternehmen damit automatisch nachhaltiger? Und wie sehen die Schnittstellen zum CSR-Management aus? Diese und weitere Fragen wurden beim PUU-Arbeitskreis für integriertes Management bei KAEFER Isoliertechnik vertieft.

Foto des Nachhaltigkeitsberichts von KAEFER Isoliertechnik, jpg, 70.6 KB

KAEFER Isoliertechnik gehört mit weltweit 27.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu den Global Playern unter den PUU-Mitgliedern. Nachhaltigkeit und Umweltschutz spielen für den Betrieb eine zentrale Rolle. Francisca Gorgodian, Leiterin der Abteilung "Corporate Responsibility & Communication" vermittelte den interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen Eindruck vom Umwelt- und Nachhaltigkeitsengagement des Bremer Familienunternehmens: Zahlreiche KAEFER-Unternehmen sind bereits nach ISO 14001 zertifiziert – aktuell wird zusätzlich an den neuen Anforderungen der ISO 14001:2015 und der Norm DIN EN 16247 gearbeitet, dem neusten Stand in Sachen Umweltmanagement und Energieeffizienz. Im Bereich der Nachhaltigkeit denkt das Unternehmen vierdimensional: wirtschaftlich, sozial, ökologisch und kulturell. Denn neben der Gesundheit, Sicherheit und dem Wohlergehen der Mitarbeitenden, sind kulturelle Aspekte ebenso wichtig. Getreu dem Motto "Handeln ist Gold" fördert KAEFER verschiedenste Initiativen und Organisationen in Bremen, aber auch weltweit. So unterstützt das Unternehmen unter anderem die Kunsthalle Bremen bei ihrem Projekt "Kunsthalle unterwegs" und bietet zwei Auszubildenden in Kooperation mit dem Sportgarten e.V. die Möglichkeit, an einem sozialen Projekt in Südafrika teilzunehmen – um nur einige der Projekte und Maßnahmen zu nennen.

Foto von Dr. Jan Schrübbers, jpg, 45.7 KB

Ins Detail ging es beim Vortrag von Dr. Jan Schrübbers von der bregau GmbH & Co.KG, der zum Thema "Anforderungen der Stakeholderanalyse an Unternehmen im Kontext zur ISO 14001" referierte. Als Ansprechpartner für produktionsintegrierten Umwelt- und Arbeitsschutz bietet das Unternehmen seinen Kundinnen und Kunden neben der Erstellung und Prüfung von Nachhaltigkeitsberichten und CO2-Bilanzen auch Prozess- und Strategieberatung zum Thema CSR an. Darüber hinaus ist bregau als Zertifizierungsstelle zugelassen. Was es heißt, eine Stakeholderanalyse durchzuführen, fasste Dr. Jan Schrübbers wie folgt zusammen: Im Rahmen der revidierten Normen ISO 9001 und ISO 14001 stehen zertifizierte Unternehmen vor der Herausforderung, ihre relevanten Stakeholder bzw. sogenannte interessierte Parteien und deren Ansprüche ans eigene Unternehmen zu definieren. Das Ziel: Sicherstellen, dass unternehmenseigene Prozesse so gut funktionieren, dass die Erwartungen der Stakeholder an die Qualität von Produkten oder Dienstleistungen erfüllt werden. Dabei ist es sinnvoll, folgende Schritte zu beachten:

  • Festlegen der Stakeholder: In einem ersten Schritt werden Akteure identifiziert, die spezifische Anforderungen an das Unternehmen haben können. Typische interessierte Parteien sind beispielsweise Kunden, Lieferanten, Aktionäre, Partner und die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder aber die Regierung sowie Presse und Medien.

  • Identifizierung der Anforderungen: Anforderungen von interessierten Parteien können nur bestimmt werden, wenn das Unternehmen die Erfordernisse und Erwartungen der Partei versteht. Sind diesbezüglich keine Informationen vorhanden, ist es sinnvoll, sich mit den jeweiligen Stakeholdern in Verbindung zu setzen und beidseitige Erwartungen zu definieren.

  • Festlegen der bindenden Verpflichtungen: In einem letzten Schritt geht es darum, die Bedeutung der identifizierten Erwartungen für die Organisation abzuwägen und festzulegen und daraus „bindende Verpflichtungen“ abzuleiten.
Foto der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, jpg, 67.1 KB

Den Abschluss des Arbeitskreises bildete die Präsentation von Martin Schulze, Leiter der Geschäftsstelle Umwelt Unternehmen. Er berichtete von der "CSR-Hanse" – ein Kreis von Unternehmen, die sich ihrer sozialen, ökologischen und ökonomischen Verantwortung bewusst sind und die sich im Großraum Bremen auf den Weg gemacht haben, Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility in ihren Unternehmen zu integrieren. Ziel der "CSR-Hanse" ist es diesen kontinuierlichen CSR-Prozess in den Unternehmen zu unterstützen und das verantwortliche Handeln zu begleiten. Hierzu treffen sich die Mitglieder regelmäßig, um Best Practice-Erfahrungen, Informationen und Anregungen zu aktuellen Entwicklungen auszutauschen. Eng verzahnt mit den Kernthemen von CSR sind die 17 Zielformulierungen der Sustainable Development Goals (SDG), die zunehmend auch für Unternehmen an Relevanz gewinnen, wie in der abschließenden Diskussion deutlich wurde.

Übrigens: Anlässlich ihres 100-jährigen Firmenjubiläums verleiht PUU-Mitglied KAEFER Isoliertechnik 2018 erstmals den KAEFER-Zukunftspreis.