Sieben Projekte sind nominiert
Friedr. Schmücker GmbH, Löningen: „Wir drucken alles – ökoLogisch!“

Das Druck- und Verlagshaus Friedr. Schmücker aus Löningen im Landkreis Cloppenburg gestaltet seine Produktion in allen Geschäftsbereichen unter ökologischen Gesichtspunkten. Mit der Investition in eine neue PUR-Klebebindeanlage verbunden mit einer vollautomatischen Absauganlage für Schneideabfälle und Papierstaub wurde die Abfallentsorgung des abgefrästen Papierstaubs erheblich verbessert. Jährlich werden damit rund 22 Tonnen Papierstaub nicht mehr als Abfall zur Beseitigung entsorgt, sondern in einer Brikettierpresse zu Pellets gepresst und dann dem Recycling zugeführt. Die Abwärme der neuen Anlage wird zum Heizen in die Logistikhalle geleitet, was Ressourcen schont und Energiekosten senkt. Eine moderne Heizungsanlage und ein drehzahlgeregelter Kompressor ergänzen das energieoptimierte Investitionskonzept der Druckerei, welches durch Lärmentlastung gleichzeitig zum Gesundheitsschutz der Belegschaft beiträgt.
Holzhandlung Hermann Ehlers GmbH & Co. KG, Bremerhaven: „Kontinuierliche Umsetzung von Energiesparmaßnahmen im Unternehmen“

Konsequent und kontinuierlich setzt die Holzhandlung Hermann Ehlers aus Bremerhaven ihre Energiesparmaßnahmen um. Über die systematische Auflistung aller Verbräuche konnte die Optimierung von Einschalt-, Pumpenlaufzeiten und Heizungstechnik entwickelt werden. Der Austausch von Leuchtmitteln und Einsatz von LEDs sowie die drastische Verringerung des Stromverbrauches für die EDV senken den Strombedarf um fast 50 Prozent. Eine wassergeführte Pelletheizung, zwei Photovoltaikanlagen, Regenwassernutzung und Warmluftkollektoren ergänzen das ressourcenschonende Gesamtkonzept, so dass das Unternehmen in 2011 bereits klimaneutral arbeitet. Der Holzhändler ist damit Vorreiter in seiner Branche und regt durch offensive Kommunikation z.B. mit seinem Energiesparpfad auch Kunden zum Nachdenken an.
Meereskost GmbH, Bremerhaven: „Energieeffizienter Neubau“

Frischfisch bei 0 bis 2°C zu lagern und zu verarbeiten benötigt viel Energie. Der Lebensmittel¬produzent Meereskost aus Bremerhaven verzichtet dabei an seiner Produktionsstätte vollständig auf fossile Energieträger. Im energetisch optimierten Neubau erzeugt die Firma mittels Photovoltaik den Großteil ihres Stroms selbst. Weiterhin dienen Windenergie, Erdtemperatur- und Wärmerückgewinnungsverfahren dazu, den Energiebedarf der Kühl- und Produktionsflächen zu decken. Im Wasserbereich werden Ressourcen dank Regenwas¬sernutzung geschont und Abwasser durch ein Druckspülverfahren reduziert.
Nietiedt Firmengruppe, Wilhelmshaven: „Energetisch optimierter Betrieb“

Optimale Luftfiltration und Wärmerückgewinnung machen die Energieeffizienz des Verwaltungsgebäudes der Nietiedt-Firmengruppe in Wilhelmshaven aus und sorgen neben großzügigen, kommunikationsfördernden Räumlichkeiten für ein gutes Arbeitsklima. Ein hoher Dämmstandard und die Nutzung von Sonnenenergie und Erdwärme reduzieren den Energieverbrauch um über 50 Prozent. Im Strahl- und Lackierzentrum senkt eine neuartige Pinselwaschanlage den Wasserverbrauch drastisch und den Lösemitteleinsatz um über 30 Prozent. Die Lösemittel werden rückdestilliert und Abwasser wird rückgewonnen. Durch die Patronenfilteranlage mit automatischer Filtertaktsteuerung, kann das eingesetzte Strahlmittel bis zu zehnmal wiederverwendet und die Feinstaubbelastung in der Abluft minimiert werden. Mit der Abwärmenutzung der Kompressoren und der Wärmerückgewinnung aus der Abluft sind in diesem Gebäude Energieeinsparungen von bis zu 50 Prozent realisierbar. Für die Branche ist das betriebliche Umweltkonzept richtungweisend.
OHB Teledata GmbH, Bremen: „Inwest – Intelligente Wechselbrückensteuerung“

Weniger Verkehrsaufkommen in der Postlogistik, dieses Ziel verfolgt das Projekt Inwest der OHB Teledata aus Bremen in Kooperation mit dem Bremer Institut für Produktion und Logistik. Mit Hilfe dieses speziell entwickelten Entscheidungssystems können Transportbedarfe und Transportleistungen kurzfristig aufeinander angepasst und Leerfahrten bzw. Teilladungen vermieden werden. Zum Einsatz kommen neue Kommunikations- und Ortungssysteme an sogenannten Wechselbrücken (Containern), die im Zusammenspiel mit einer Software die Umweltinformationen der Wechselbrücke interpretieren und Abweichungen vom logistischen Geschäftsprozess melden. Diese „Intelligente Wechselbrückensteuerung“ vermeidet unnötigen Güterverkehr, führt so zu Treibstoff- und Kostensenkungen und schützt durch den minimierten CO2-Ausstoß nachhaltig das Klima.
Prinz-Linie, Bremen: „Textilrecycling“

Durch und durch nachhaltig ist das Prinz-Linie Geschäftskonzept. Aus alten Hemden, Hosen, Gardinen oder Omas gutem Rock fertigt Inhaberin Eva Masch Kinderbekleidung. So entsteht in ihrem komplett umweltfreundlich eingerichteten Bremer Ladenatelier auf ressourcenschonende Weise ein neues Stück, bei dem sie Stoff, Reißverschlüsse, Knöpfe und Bänder wieder verwendet. Durch die Verwertung der gebrauchten Materialien entfällt der neuerliche Energie-, Chemie- und Wasserverbrauch, der üblicherweise im Herstellungsprozess von Textilien anfällt. Transportwege werden vermieden, der CO2-Ausstoß in der Kleidungsproduktion geht gegen Null, denn der Strombedarf wird aus regenerativen Energien gedeckt. Die vorgelebte Nachhaltigkeitsstrategie überzeugt auch Kundinnen und Kunden und sensibilisiert zudem für umweltfreundliches Konsumverhalten.
spb Systemorientierte Planungs- und Beratungsgesellschaft mbH, Bremen: „Energie optimierte Abschlagssteuerung in Schöpfwerken“

Sie kommen an der Nordseeküste täglich mehrfach zum Einsatz: Pumpen, die in tideabhängigen Schöpfwerken für einen reibungslosen Wasserabschlag sorgen. Die neue, energieeffiziente Abschlagssteuerungstechnik der spb Systemorientierte Planungs- und Beratungsgesellschaft aus Bremen prognostiziert den Tideverlauf und plant das Pumpvolumen für geringe Förderhöhen bei Niedrigwasser ein und berücksichtigt dabei eine mögliche Sielphase. Die neue Technik vermeidet den energieintensiven Betrieb der Pumpen während der Hochwasserphasen, so dass der Energiebedarf um bis zu 20 Prozent gesenkt werden kann. Pumpen ohne Getriebe vermeiden mechanische Verluste, eine Drehzahlregelung über Frequenzumformer kann den Wasserabschlag dosieren und damit bedarfsgerecht und ressourcenschonend vornehmen.