Gender Mainstreaming
Hier finden Sie als Hilfe zur Identifizierung von "Gender-Belangen" in Ihrem Forschungsvorhaben eine Checkliste.
Beratung zu Gender Mainstreaming im Rahmen des Förderprogramms Angewandte Umweltforschung
Im Förderprogramm Angewandte Umweltforschung Bremen des Senators für Umwelt, Bau und Verkehr können AntragstellerInnen sich zu Gender Mainstreaming beraten lassen. Seit 2004 gibt es das Angebot der Genderberatung. Außerdem wurde ein "Gender-Fonds" eingerichtet, aus dem für geeignete Projekte ein "Gender-Teilprojekt" zur Bearbeitung von genderbezogenen Fragen beantragt werden kann.
Gender Mainstreaming
- Ist ein europaweites Konzept mit hoher politischer Verbindlichkeit. Es fordert, bei allen Vorhaben mögliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern zu berücksichtigen.
- Es erfolgt als Ziel die Umsetzung von Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern.
- Es verbessert die Wirksamkeit der Vorhaben, weil die Lebensrealität beider Geschlechter gezielt berücksichtigt werden können.
- Es bietet neue Impulse für Technikentwicklung und -gestaltung.
Neue Anforderungen an Forschung und Entwicklung
- Forschung und Entwicklung sind auf ihre Folgen für Chancengleichheit zu überprüfen.
- Sie können und sollen einen Beitrag zur Umsetzung von Gender Mainstreaming leisten.
Ziele
- Formal: Frauen und Männer sind gleichermaßen in Forschungs- und Entwicklungsprojekten zu beteiligen.
- Inhaltlich: Genderaspekte sind bei den Forschungsfragen und Projektzielen mit zu berücksichtigen, z.B.:
o Wie wirken sich die Ergebnisse der Forschung auf Frauen/Männer und die Geschlechterverhältnisse aus?
o Werden Unterschiede zwischen den Geschlechtern berücksichtigt, z.B. in der Betroffenheit von den Forschungsergebnissen oder in den Anforderungen an die Forschungsprodukte?
Grundsätzlich gilt: Aus Genderperspektive geraten verstärkt die Adressaten von Forschung in den Blick.
Beispiel
Bei der Genderberatung zu einem Projekt, das eine neue Technologien zum Recycling von Altfetten entwickelt, wird deutlich: Die für die zukünftige Sammlung und Trennung von Altfetten zuständigen Personen werden bisher nicht mit einbezogen. Ein funktionierendes Sammelsystem ist aber eine wesentliche Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung der neuen Technologie.
Genderaspekte dieses Projekts wären: Wer ist für die Sammlung der Altfette verantwortlich? Welche Anforderungen stellen diese an die Sammel- und Sortiersysteme? Lassen sich Differenzen zwischen den Geschlechtern erkennen? Für wen entstehen Entlastungen und für wen Belastungen? Wie können die Sammel- und Sortiersysteme gestaltet werden, dass sie nicht zu neuen Belastungen führen und die Recyclingtechnologien optimal unterstützen?
Ein zusätzliches Gender-Teilprojekt, finanziert aus dem Gender-Fonds, kann die Beachtung dieser Genderaspekte im Forschungsprojekt ermöglichen.