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02.12.2011 Aus Softeis wird löslicher Kaffee


Beim ’puu’-Arbeitskreistreffen der Umweltbeauftragten am 28. November war nicht nur die Technik eine Krönung
 

Es gab viel zu sehen und Wissenswertes zu erfahren: etwa, dass der Gastgeber am Standort Hemelingen über 100.000 Tonnen Kaffeebohnen als Rohware im Jahr verarbeiten kann, täglich 23 Millionen Tassen löslichen Kaffee herstellt und den dafür notwendigen Strom und Dampf überwiegend selbst produziert. Spätestens jetzt dürfte klar sein, welches Mitglied der ’partnerschaft umwelt unternehmen’ seine Werkstore öffnete: die Kraft Foods Deutschland GmbH.

Verpackungen

Hier konnten die Teilnehmer bei einem Rundgang den langen und komplexen Weg der Bohne von der Röstung bis hin zur fertig verpackten Ganzen Bohne, zum Instantkaffee oder zur Kaffeespezialität verfolgen. Alle waren beeindruckt. Kurt Nobel, Geschäftsführer der Anlagen- und Maschinenbau e. K.: „Ich hatte keine Vorstellung davon, wie viel Aufwand betrieben wird, damit wir morgens unseren Becher Kaffee trinken können.“ Ein Beispiel dafür erlebten die Gäste – ausgestattet mit Schutzmantel, Helm und Ohrenstöpseln – bei der Produktion von löslichem Kaffee: Das aus geröstetem Mahlkaffee gewonnene Kaffee-Extrakt wird in einer Eindampfanlage aufkonzentriert und danach getrocknet. Bei der Gefriertrocknung unter arktischen Wintertemperaturen, für die Kraft Foods erst jüngst in eine hoch moderne Anlage investierte, bearbeitet man den Kaffee-Extrakt zunächst mit Luft oder CO2 und kühlt es ab. Dieses mit Softeis vergleichbare Produkt wird dann auf einem Gefrierband in einen tiefkalten Bereich verbracht und gefroren, anschließend zerkleinert und gemahlen. In einem Vakuumtrockner wird dann noch das zu Eis erstarrte Wasser verdampft. Der übrigbleibende feste Bestandteil ist der fertige Instantkaffee.

Strom und Dampf für diese und andere Prozesse in der Produktion sowie im Verpackungsbereich erzeugt das Unternehmen fast ausschließlich selbst – in einer stattlichen Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (KWK). Darüber frei werdende Energie wird als Dampf im Extraktionsprozess eingesetzt. „Da geht wirklich so gut wie nichts verloren“, bemerkte ein Teilnehmer anerkennend. Und richtig: Auch Kaffeesatz und Häutchen der Kaffeebohne, also Abfälle, werden gesammelt und anstelle von Erdgas als Brennstoff in speziell dafür ausgelegte Kesselanlagen für die Produktion von Dampf genutzt, der wiederum für den Prozess eingesetzt wird. Ralf Kaiser, verantwortlich für den betrieblichen Umweltschutz am Standort Hemelingen, freute sich über das Interesse seiner Gäste und beantwortete gerne ihre Fragen – auch zum Thema Arbeitssicherheit. Alle Geheimnisse des Erfolges von Kraft Foods lüftete er jedoch nicht: die Rezeptur der Jacobs Krönung etwa verrieten weder Kaiser, noch der Röstmeister!

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